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Sonntag, 19. November 2017

Wie hoch ist mein Nettogehalt?

Europaweit gesehen sollte man sich gerade in Österreich mit der Differenz zwischen Brutto- und Nettogehalt beschäftigen. Zahlreiche Abzüge, Sonderregelungen und Ausnahmen machen die Berechnung für den Normalverbraucher undurchsichtig. Im Prinzip ist das Bruttogehalt jenes Gehalt, welches mit dem Arbeitnehmer vereinbart wurde. Das Bruttogehalt enthält jedoch noch keine steuerrechtlich relevanten oder sozialversicherungstechnischen Abzüge. Im Nettogehalt sind diese berücksichtig. Das Nettogehalt ist jenes Gehalt, das der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ausbezahlt bekommt. Die wesentlichen Abzüge vom Bruttogehalt sind die Steuer und die Sozialversicherung. Je nach Bundesland können noch geringe Beträge oder Abgaben in Abzug gebracht werden.

In Österreich wird ab einem jährlichen Bruttogehalt von € 11.000 besteuert. Die Grenze für Selbstständige ist etwas niedriger angesetzt. Bis zu dieser Grenze fällt das Gehalt unter das Existenzminimum. Ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von € 11.000 kommt je nach Höhe des Gehalts ein bestimmter Steuersatz zur Anwendung (Stufensteuersatz).

Von € 11.000 bis € 18.000 € - 25 %
Von € 18.000 bis € 31.000€ - 35 %
Von € 31.000 bis € 60.000€ - 42 %
Von € 60.000 bis € 90.000€ - 48 %
Von € 90.000 bis € 1.000.000€ - 50 %
Ab € 1.000.000€ - 55 %

Das Urlaubs-, wie auch das Weihnachtsgeld unterliegen einem geringeren Steuersatz.

Der zweite Abzugsbereich vom Bruttogehalt ist die Sozialversicherung. Diese gliedert sich in die Krankenversicherung, die Pensionsversicherung, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die Sozialversicherung wird jedoch erst ab einem monatlichen Einkommen von € 415,73 in Abzug gebracht. Zusätzlich werden jedem sozialversichertem Arbeitnehmer pro Jahr € 11,10 für die E-Card berechnet. Unter den Oberbegriff der Sozialversicherungsabgaben fallen auch Abzüge wie Kammerumlage und Wohnbauförderung. Die Gesamtbelastung der Sozialversicherung beträgt für den Arbeitnehmer 17,12%. Auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen gilt wieder, dass das Urlaubs-, wie auch das Weihnachtsgeld einem niedrigeren Satz unterliegen.

Da der Arbeitnehmer bei der Berechnung seines Bruttogehalts im Bereich des Steuersatzes oder der Sozialversicherung keinen Spielraum hat, kann man bestimmte Belastungen gelten machen, die die Abgabenlast reduzieren. Der Nettobezug erhöht sich, wenn man Alleinverdiener beziehungsweise Alleinerzieher ist. Die Anzahl der unterhaltspflichtigen Kinder ist auch ein ausschlaggebender Faktor bei der Berechnung des Nettogehalts. Auch die Belastung für die tägliche Anreise zum Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf die Abgabenlast aus (Pendlerpauschale).

Ein weiterer Faktor für die Berechnung des Nettogehalts sind sogenannte Sachbezüge, die man im Rahmen seiner Tätigkeit seitens des Arbeitgebers erhält. Darunter fallen zum Beispiel ein Dienstauto, aber auch ein Mobiltelefon. Solche Sachbezüge erhöhen die Abgabenlast.

Am Ende eines Arbeitsjahres reicht man beim jeweilig zuständigen Finanzamt einen Lohnsteuerausgleich ein und mit ein wenig Glück erhält man einen kleinen Betrag von seinen bereits abgeführten Abgaben wieder zurück.

Man muss jedoch kein geprüfter Lohnverrechner sein um von seinem Bruttogehalt das jeweilige Nettogehalt zu berechnen. So bietet die österreichische Arbeiterkammer auf ihrer Homepage einen einfachen Brutto-Netto Rechner an, mit dem man sehr rasch das monatliche Nettogehalt berechnen kann.

Veröffentlicht: 04.04.2016


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